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Rundgang

Text aus: Kirchenführer der Pfarrkirche St. Ägidius Vilseck, 1. Auflage 1999

Liebe Besucherin, lieber Besucher!

Herzlich willkommen in unserer Pfarrkirche! Sie sind sicher überrascht, in unserer kleinen Stadt ein so schönes Gotteshaus zu finden. Für uns Christen der katholischen Pfarrgemeinde St. Ägidius ist die Pfarrkirche der Raum,

Deshalb bedeutet uns die Kirche so viel, weil wir uns als "Volk Gottes auf dem Weg" immer wieder eingeladen wissen in das Haus Gottes,

Wir möchten auch Sie einladen, in ihr Gott zu loben und IHM im Fürbittgebet die Nöte der Welt anzuvertrauen. Mögen Sie erleben, was der Dichter Reinhold Schneider einmal schrieb: "Eine Kirche versteht nur, wer in ihr niederkniet."

Haben Sie Lust, unser Gotteshaus näher kennenzulernen?

Die Anfänge dieser Kirche lassen sich bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgen. Urkunden schweigen darüber, aber das romanische Untergeschoß des Turmes mit seinem derben Quaderwerk und den schmalen Rundbogenfensterchen spricht eine deutliche Sprache, dass hier wohl zuerst eine Steinkirche gestanden haben muss.

In der Zeit von 1407 bis 1412 entstand eine neue Kirche. Der bis heute erhaltene Teil, der Chorraum, zeigt gotische Bauart.

1751 wurde wegen Einsturzgefahr des Westgiebels ein Umbau erforderlich. Turm und Presbyterium blieben stehen. Das Langhaus wurde abgebrochen und ein neues, im damals modernen barocken Baustil, errichtet. Nach Süden und Norden erfolgte eine beträchtliche Erweiterung, denn die alte Pfarrkirche war für die Vilsecker zu klein geworden. "Wenn sie alle hineingehen wollten, gingen sie nämlich nicht alle hinein."

Wussten Sie schon, dass ein Turm nicht nur für die Glocken da ist? Er ist auch ein "Finger", der zum Himmel zeigt. Trifft das nicht für unseren Turm besonders zu?! Mit seinen 54,31 Metern überragt er alle Kirchtürme im weiten Umkreis!

Pieta

 

Die abgebildete wertvolle Pieta finden Sie über dem Weihwasserbecken, gegenüber dem hl. Sebastian.

Das Bild des prunkvollen Hochaltares zeigt eine Szene aus dem Leben des Hl. Ägidius: Eines Tages jagte der Gotenkönig Flavius Wamba im Wald hinter einer Hirschkuh her. Sie flüchtete zur Klause des Einsiedlers Ägidius. Dieser stellte sich schützend vor das Tier.

Hochaltar

Ägidius wurde zum Patron des Gotteshauses gewählt, weil an seinem Namenstag am 1.9. der Bau der Kirche begann.

Zwischen den Säulen des Altares und auf den seitlich angebrachten Konsolen stehen vier überlebensgroße Figuren. Es sind von links nach rechts der hl. Bischof Otto I. von Bamberg und Georg, der hl. Sebastian und Wolfgang, der Patron des Bistums Regensburg.

Im oberen Teil des Altares ist die Krönung Mariens durch die Heiligste Dreifaltigkeit dargestellt. Einen Hinweis auf die frühere Zugehörigkeit der Stadt Vilseck zum Bistum Bamberg  geben die beiden Figuren des hl. Kaisers Heinrich II. und dessen Gemahlin, der hl. Kunigunde.

Wussten Sie schon, dass in einer katholischen Kirche beim Tabernakel das "ewige Licht" brennt? Im Tabernakel wird der Leib Christi in Gestalt  des Brotes aufbewahrt. Katholiken verehren Christus hier durch eine Kniebeuge.

Zwischen den Strebepfeilern befinden sich die Spitzbogenfenster, deren Glasgemälde die heiligen Johannes, Franziskus, Ägidius und Nepomuk darstellen. 

Relieftafel Besonders sehenswert sind die im Chorraum angebrachten Relieftafeln aus der Dürerschule. Sie stammen von dem früheren Flügelaltar aus dem Jahr 1520 und stellen Szenen aus dem Leben Mariens dar.
Nach der grundlegenden Restaurierung der Kirche im Jahr 1973 holte man aus der Leonhardskirche die auf einer Tafel zusammengefassten Vierzehn Nothelfer und brachte sie im Altarraum an. Die bemalten kostbaren Holzfiguren sind aus dem 16. Jahrhundert. Vierzehnnothelfer
Laurentiusaltar

Im rückwärtigen Teil unserer Kirche sehen Sie den Laurentiusaltar, mit einer gut gefassten Statue des Heiligen, der sein Marterwerkzeug, den "glühenden" Rost hält. 



Ihm gegenüber befindet sich der Josefsaltar. Nicht zu übersehen ist hier auch eine gut gefasste Figur des hl. Florian. Hl. Florian

Wussten Sie schon, dass neben den vielen Heiligen in unserer Kirche zwanzig Darstellungen der Gottesmutter zu finden sind? Katholische Christen beten allein den dreifaltigen Gott an. Sie verehren Maria, weil Gott sie zur Mutter seines Sohnes Jesus Christus erwählt hat. 

Kanzel

Erwähnenswert ist die Kanzel, ein gelungenes Rokokowerk. Am Korpus sind die Figuren der vier Evangelisten angebracht, darunter deren Symbole: das Engelsgesicht für Matthäus, der Löwe für Markus, der Stier für Lukas und der Adler für Johannes.

Die jetzige Orgel wurde 1979 erbaut. Ihre Eigenprägung erhält sie durch das historische Orgelgehäuse aus dem Jahr 1700, das mit reichlichen Akanthusschnitzereien verziert ist.

Ein Blick nach oben ins Gewölbe des Kirchenschiffs lässt sehr gut erhaltene Fresken erkennen. Sie zeigen die Anbetung des göttlichen Lammes, das Opfer des Melchisedek und die Verehrung des Erlösers der Welt. Rechts von der Orgel ist die Auffindung des Kreuzes durch die hl. Helena, links Jakobs Traum von der Himmelsleiter dargestellt.

Orgel

Wussten Sie schon, dass katholische Christen beim Betreten und Verlassen der Kirche die Fingerspitzen mit Weihwasser benetzen und über sich das Segenszeichen des Kreuzes machen? Sie erinnern sich dabei an ihre Taufe "im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" und daran, dass sie durch die Taufe Kinder Gottes heißen und sind.

Wir sind unterwegs zum ewigen Ziel: zu Gott

Unsere Kirche möchte ein "Vorraum des Himmels" sein, der Ort, wo Menschen seit mehr als neunhundert Jahren Gott antreffen. Deshalb sprechen Sie doch jetzt bitte ein Gebet oder meditieren Sie eine kleine Weile, bevor Sie dieses herrliche Gotteshaus wieder verlassen.

Möge Gottes Segen Sie begleiten und beschützen!

 

Guide of Church Saint Ägidius Vilseck

 


Falls Sie noch mehr Bilder von der Kirche sehen möchten, stehen Ihnen folgende Galerien zur Auswahl:

Kirche innen      Kirche außen


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